Hochzeitsanzug
Seit jeher
unterliegt die Bekleidung des Herrn bei der Hochzeit sehr
strengen Vorschriften. Thomas Schäfer-Elmayer bemerkt in seinem
Buch "Gutes Benehmen gefragt" zur Kleidung des Herren (in
grundsätzlicher Hinsicht) folgendes: "Die Herren tragen dieses
oder jenes, aber Damen sind immer richtig gekleidet."
Frack Hochzeit
Der Frack ist der festlichste Herrenanzug, kann jedoch erst ab
18 Uhr, also bei Abendgesellschaften, getragen werden (Großer
Gesellschaftsanzug). Der Frack ist schwarz und besteht aus der
Jacke mit "Schwalbenschwänzen" (am Rückenteil), die vorne
taillenkurz ist und immer offen getragen wird.
Die spitzen Revers
sind mit glänzendem Seidensatin geschmückt. Die Frackhose hat
keinesfalls Umschläge (bzw Stulpen) und wird nicht mit Gürtel
sondern Hosenträgern getragen. Dazu wird eine weiße Frackweste,
eine weiße Krawattenschleife (beides aus Baumwoll-Piqué) sowie
ein Frackhemd mit Stehkragen (Vatermörder) und einfacher
Manschette getragen. Der Fuß wird mit dunklen Seiden- oder
Wollstrümpfen und Lackschuhen (keine Schnürschuhe) bekleidet.
Die einzig mögliche Kopfbedeckung zum Frack ist der schwarze
Zylinder. Daneben können eine weißer Seidenschal und weiße
Glaceehandschuhe zum Frack getragen werden. Vollkommen
unvereinbar ist eine Armbanduhr, die nur durch eine Taschenuhr
(mit Kette) ersetzt werden kann. Das Gegenstück zum Frack am Tag
ist der Cutaway (Cut).
Smoking Hochzeit
Der Smoking ist ein festlicher Abendanzug und wird auch als
kleiner Gesellschaftsanzug bezeichnet (im englischen auch Tuxedo,
kurz Tux oder black tie bzw dinner-jacket). Der Name Smoking
kommt daher, dass man früher eine Jacke überzog, wenn man zum
Rauchen ins Raucherzimmer gegangen ist, damit die übrige
Kleidung den Rauchgeruch nicht annimmt – den Smoking. Der Smoking
besteht aus einem Sakko (einreihig oder zweireihig) mit
seidenbelegten Revers oder Schalfasson, zusätzlich kann eine
Weste oder ein Kummerbund (breites Gürtelband) getragen werden.
Klassisch wird eine schwarze Fliege zum Smoking getragen. Eine
weiße Fliege würde eine außerordentlichen Fauxpas darstellen. Zu
einem Smoking-Jackett trägt man eine Hose ohne Aufschläge
(Stulpen) mit einem Besatzstreifen, der Galon genannt wird. Dazu
trägt man nach Möglichkeit Lackschuhe. Als Variante zum
schwarzen Smokingjackett gibt es das so Dinnerjacket im
schlichten Weiß (weiße Smokingjacke), das nur zu Festen unter
freiem Himmel und auf hoher See getragen werden kann. Zum
Smoking wird ein Smokinghemd getragen. Das „Gegenstück“ zum
Smoking am Tag ist der Stresemann.
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Cutaway (Kurzform: Cut
Hochzeit)
Der Cut ist der festlichste und vornehmste Tagesanzug. Er wird
am Vormittag und traditionell nicht länger als bis 18 Uhr
getragen. Der Cut ist der klassischste aller Hochzeitsanzüge,
kann aber auch zu großen Anlässen wie einem Staatsempfang (auch
Botschaftsempfang) oder einer Beisetzung getragen werden. Der
Cut ist das Gegenstück des Fracks, der nach den Regeln der
Etikette erst ab 18 Uhr getragen werden kann.
Bei weniger
festlichen Anlässen als den genannten, kann der Cut durch den
Stresemann ersetzt werden. Der Cut besteht aus einer
schwarz-grau gestreiften Hose, schwarzen Schuhen, einer
hellgrauen Weste, einem weißen Hemd und dazu einer silbergrauen
oder farbigen, für Trauerfeiern schwarzen, Krawatte oder auch
eine besonders breite Seidenkrawatte, dem Plastron. Krawatte
oder Plastron können am Knoten mit einer Krawattennadel versehen
werden. Das anthrazitfarbene oder hellgraue Jackett (Jacke) ist
rund, vom Knopf in Bauchnabelhöhe nach hinten bis in
Kniekehlenhöhe geschnitten. Beim hellgrauen Cut bestehen Weste
und Hose aus demselben Stoff wie die Jacke. Dazu kann man einen
schwarzen oder silbergrauen Zylinder und eine weiße Chrysantheme
im Knopfloch tragen.
Stresemann
Hochzeit
Der Stresemann ist nach dem deutschen Reichtskanzler Gustav
Stresemann benannt. Er ist der nach dem Cut festlichste
Tagesanzug für den Herrn. Der Stresemann besteht aus einer
schwarz-grau gestreiften Hose, schwarzen Schuhen, einem
schwarzen oder dunkelgrauen (marengofarbenen) Jackett, einer
hellgrauen, bei Trauerfeiern einer dunklen Weste, einem weißen
Hemd mit silbergrauer, bei Trauerfeiern einer schwarzen Krawatte
mit oder ohne Krawattennadel. Das Jackett ist einreihig und hat
aufsteigende Revers. Das Hemd wird mit Umschlagmanschette und
Manschettenknöpfen getragen.
Zur „Erfindung“ dieses Anzuges kam es aus praktischen Gründen.
Gustav Stresemann wollte es sich sparen, zwischen Büro und
Reichstag den zu Anzug wechseln (damals war es üblich im
Parlament und der politischen Öffentlichkeit einen Cutaway zu
tragen). Aus diesem Grund tauschte Gustav Stresemann die Jacke
des Cutaway, wenn er die Reichskanzlei betrat, gegen eine dem
Gehrock ähnliche Jacke aus, die, weil sie mittlerer Länge war,
gerade noch zu den eigentlich würdevollen gestreiften Hosen des
Cut-Anzuges getragen werden konnte. Er sparte so das Aus- und
Anziehen einer anderen Hose und Weste.
Bücher zur Hochzeit
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